Geschichtliche Aufzeichnungen von 850 n. Chr. - 1968

Herr Ernst Rummel hat die Markt Nordheimer und Kottenheimer Chronik,
welche vom früheren Gemeindeschreiber Enzenberger zusammengetragen wurde, neu zusammengestellt, in die lateinische Sprache übersetzt und digitalisiert. Die Gemeinde würdigt die sehr zeitaufwändige, ehrenamtliche Leistung für den Markt sehr.

Das Nordalied

nach der Melodie: "Oberfrankenlied"
Text bearbeitet von Ernst Rummel

Zeichnung Weintrauben

Norda ist mein schönes Dorf im Heimatland
mit dem Geroldsbach als kleines Silberband.
Wo die Leute strahlen Ruh' und Frieden aus,
||: da ist meine Heimat, da bin ich zu Haus. :

Wo Schloss Seehaus ganz verträumt durch Bäume grüßt,
wo noch klares Wasser in das Ständla fließt.
Einst im Zehntsaal und noch heut' im Schützenhaus
||: ja da feiert unser ganzes Dorf, dort drauß'.:

Kottna und Wüstphül, auch das ist unser Ort,
wer da wohnt, den zieht es dort ganz selten fort.
Ja die Leut' bei uns, die halten alle z'samm',
||: denn die sind halt gerne hier im Dorf daham. :||

Zeichnung Kirche


Wo auf Dorfeshöh' die alte Kirche steht,
wo der Blick vom Turm weit in die Fluren geht.
Wo man Felder, Wiesen und die Weinberg' sieht,
||: da kommt das Gefühl für unser Heimatlied. :

Wo man sonntags noch in seine Kirche geht,
wo der Bauer fest zu seiner Arbeit steht.
Wo man Feste feiert gern jahrein, jahraus
||: da ist meine Heimat, da bin ich zu Haus. :||

Markt Nordheim - Aus der Geschichte

Markt Nordheim liegt unterhalb des Hohenkottenheim im Westen und des Hohenlandsberg im Nordwesten am westlichen Rand des "oberen Ehegrundes". Durch das Dorf fließt der oberhalb des Ortes entspringende Geroldsbach, der in die kleine Ehe mündet.
Nordheim wird erstmals urkundlich im Jahr 1231 erwähnt. Dem Inhalt entsprechend dürfte die Ansiedlung und Gründung in viel früherer Zeit erfolgt sein.
Die ersten Siedler kamen den Überlieferungen zu folge aus Kottenheim und es stellte sich heraus, dass dieser Platz sehr günstig war. Ein wasserreicher Bach sowie mehrere Quellen und Weiher und der Boden des leicht ansteigenden Geländes, geeignet für Ackerbau und als Wiesen, boten eine gute Lebensgrundlage. Der in jener Zeit von der Bergseite her bis an den Ortsrand reichende Wald gewährte Schutz und Unterschlupf bei Gefahr. Diese Vorteile zogen weitere Neusiedler an.
Um nicht den moorigen Weg nach Kottenheim benutzen zu müssen, wurde auch eine Kapelle errichtet. In den Jahren 1574 - 1575 wurde von Georg Ludwig von Seinsheim dem Älteren eine Kirche über eine bereits bestehende Kapelle gebaut. Sie enthält eine Gruft, in der 8 Seinsheimer bestattet wurden. Unter Seinsheimscher Herrschaft war Nordheim nach der Reformation evangelisch geworden. Noch vor 1600 wurde von Georg Ludwig dem Jüngeren von Seinsheim ein Pfarrhaus sowie ein Schul- und Mesnerhaus in unmittelbarer Nähe der Kirche errichtet. Er hatte Nordheim, bzw. Seehaus als Stammsitz der Familie ausersehen. Nachdem der alte Friedhof um die Kirche zu klein geworden war, wurde 1598 ein neuer "Gottesacker" angelegt, der zwischenzeitlich vergrößert, heute noch besteht.
In der Folgezeit wurde Nordheim, wie auch die umliegenden Dörfer, von der Pest, dem 30-jährigen Krieg und weiteren Brandschatzungen und Hungersnöten heimgesucht.
In Jahr 1655 gingen die Seinsheimschen Güter in den Besitz der Herrschaft Schwarzenberg über. Unter der nunmehrigen Standesherrschaft kam es immer wieder zu Religionsstreitigkeiten, die an der Kirchweih 1761 ihre schlimmsten Ausschreitungen annahmen. Mit Hilfe des evang. Kurfürsten von Sachsen konnte schließlich die Sache bereinigt werden.
Im Jahr 1730 wurde Nordheim zum Markt erhoben. Der erste Markt fand 1730 am 2. Sonntag nach Ostern mit 142 Ausstellern statt. Der Herbstmarkt wurde auf Sonntag nach Kreuzerhöhung festgelegt.
Da Siegelabdruck und andere Schwarzenberger Urkunden beweisen, dass Nordheim um 1607 bereits das Wappen geführt hat, war eine Neuverleihung 1730, anlässlich des Erwerbs der Marktgerechtigkeit, nicht mehr nötig. Der Ortsname "Markt Nordheim" wurde 1912 von Prinzregent Luitpold als offizielle Bezeichnung genehmigt.
Durch die beiden Weltkriege wurden in Markt Nordheim keine größeren Zerstörungen angerichtet. Die Bewohner hatten aus der Nachbarschaft die Schrecken des Krieges erlebt. Am 12. April 1945, an dem Markt Nordheim von den Amerikanern eingenommen werden sollte, wurde ein weißes Tuch aus dem Kirchturm herausgehängt und auch aus den Häusern hingen weiße Tücher. Als die Amerikaner einmarschierten, wurden sie auf eine verminte Brücke aufmerksam gemacht. Diesem bedachten Verhalten ist es zu verdanken, dass in dem Dorf viele alte und denkmalgeschützte Häuser erhalten sind.
Das Leben ging weiter und schon im Jahr 1949 konnte in Markt Nordheim das Wasserfest, als Abschluss für die in den Jahren zuvor erstellte gemeindeeigene Wasserleitung, gefeiert werden.
Ein weiteres wichtiges Datum ist der 1. Jan. 1976. Markt Nordheim, das bis dahin zusammen mit Wüstphül, Kottenheim und Seehaus eine Gemeinde gebildet hatte, schloss sich nach der Gebietsreform mit Herbolzheim und Ulsenheim zur Gemeinde Markt Nordheim zusammen.
In den letzten Jahren haben Renovierungsarbeiten, Grüngestaltung und eine Neugestaltung des Bachbettes des Geroldsbaches und die Errichtung von Dorfbrunnen dem Ort zu einem ansprechenden und einladendem Aussehen verholfen und zu einer Steigerung des Wohnwertes geführt. Dazu hat wesentlich ein laufendes Dorferneuerungsverfahren beigetragen.
2002 beteiligte sich Markt Nordheim am Bezirksentscheid des Wettbewerbes "Unser Dorf soll schöner werden - Unser Dorf hat Zukunft". Dabei konnte ein Sonderpreis für "die Erhaltung ortsbildprägender Gebäude durch Umnutzung im privaten und öffentlichen Bereich" erzielt werden.
Markt Nordheim ist auch heute noch von Landwirtschaft und Weinbau geprägt, wobei jedoch von den Einwohnern häufig auf andere Erwerbsquellen ausgewichen wird.

Schloss Seehaus
Schloss Seehaus
 

Markt Markt Nordheim, Ulsenheim 75, 91478 Markt Nordheim | Telefon: 09842 / 694 99 20
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